LeaderImmaterielles Kulturerbe BayernImmaterielles KulturerbeGenussregion Oberfranken

Spezialitäten

 

 

Scheiterhaufen

Produktgruppe:

an Wochentagen

Verwandte Produkte

Scheiterhaufen

Scheiterhaufen

Scheiterhaufen Scheiterhaufen Scheiterhaufen

weitere Bezeichnung:

Scheiderhaifla, Ofenschlupfer

Regionen:

Bamberg, Bayreuth, Coburg, Fichtelgebirge, Frankenwald, Kulmbach, Kronach, Lichtenfels, Fränkische Hassberge, Fränkische Schweiz, Hof, Oberes Maintal - Coburger Land, Steigerwald, Wunsiedel

Beschreibung:

Scheiterhaufen sind eine im ganzen fränkisch-süddeutschen und österreichischen Raum unter verschiedenen Namen bekannte süße Hauptmahlzeit, die vor allem bei Kindern sehr beliebt ist. Man verwendet dazu altbackene Semmeln oder Weißbrotschnitten sowie in dünne Scheiben geschnittene Äpfel. Die Zutaten werden abwechselnd in eine gebutterte Auflaufform geschichtet und mit einer gut verquirlten Eiermilch übergossen. Goldgelb ausgebacken schmecken sie mit Zimt und Zucker bestreut hervorragend.

Man isst dieses Gericht gerne an warmen Sommer- oder Herbsttagen, wenn die Äpfel reifen. Besonders eignen sich daher auch für die Zubereitung schon leicht mürbe gewordene Kornäpfel oder der rote Sommerapfel und die rote Sternrenette.

Scheiterhaufen gehören zweifellos in die Kategorie der Resteessen. Allerdings dürfte es auch die zu ihrer Herstellung benötigten Milchsemmel oder ein helles Weizenmehlbrot früher nur zu besonderen Anlässen in einem solchen Übermaß gegeben haben, dass man sie - altbacken geworden - verwerten musste. So könnte das Rezept seinen Ursprung in der Weiterverarbeitung der zu großen Festtagen gebackenen feinen Weizenbrote, Semmeln oder auch Krapfen haben, die nach einigen Tagen hart wurden.

Seinen an nicht eben angenehme Strafmaßnahmen erinnernden Namen erhielt dieses gleichwohl süße Gericht durch die Art und Weise, wie Äpfel und Semmelscheiben abwechselnd in die Form geschichtet werden. Doch die negative Assoziation verfliegt sofort, wenn einem der köstlichen Duft eines im Ofen ausbackenden "Scheiterhaufen" in die Nase steigt.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Scheiterhaufen schmecken knusprig gebacken und frisch aus dem Ofen am Besten. Falls dennoch etwas übrig bleibt, kann man sie wie einen Apfelkuchen auch kalt servieren. Gekühlt lässt sich die Apfel-Semmelmasse auch ein paar Tage aufbewahren.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität im Sommer, im Herbst und im Winter genießen.

Genusstipp:

Scheiterhaufen isst man mit Zimt und Zucker bestreut. Auch eine aus Milch und verquirlten Eiern hergestellte Vanillesoße passt hervorragend dazu.

Rezept

Scheiterhaufen

Literatur:

Heinrich Höllerl, Von Bumberskraut bis Zwetschgenknödel, Oberfranken wie es kocht, Würzburg 2011, (S. 122.)

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt, Rezept Birgit Ringlein, Kerstin Rentsch.

 

zurück zur Übersicht nach oben Seite drucken