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Spezialitäten

 

 

Kürbis aus fränkischem Anbau

Produktgruppe:

Gemüse

Kürbissuppe

Kürbissuppe

Kürbissuppe Kürbissuppe (2) Kürbisse, Muskatkürbis und gelbe Riesen Kürbissecco Kürbismarmelade Kürbisgesicht Gelbe Zehner verschiedene Kürbisse, Muskat, Hockaido und Spagettikürbis verschiedene Kürbisse 2 Gelbe Zehner Bischofsmützen und Kolbassen Gelbe Zehner Hockaidos Zierkürbisse

weitere Bezeichnung:

Gürbis, Kerbes,

Regionen:

Bamberg, Bayreuth, Coburg, Fichtelgebirge, Frankenwald, Fränkische Schweiz, Fränkische Hassberge, Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Wunsiedel, Oberes Maintal - Coburger Land, Steigerwald

Beschreibung:

Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde, die in warmen Gebieten schon in prähistorischer Zeit angebaut und verwendet wurden. Hobbygärtner wetteifern zur herbstlichen Erntezeit gerne um den größten Kürbis, und nicht erst seit "Halloween" auch in unseren Breiten ein "Event" der Jugendkultur geworden ist, gehörte es zum herbstlichen Brauchtum, Kürbislaternen oder Kürbisgesichter zu schneiden und mit Kerzen zu erleuchten. Baute man früher vorwiegend große Gartenkürbisse mit hellgelbem Fruchtfleisch an, das zu Suppen verarbeitet oder süß-sauer eingekocht wurde, schätzt man heute auch in der regionalen Spitzengastronomie vor allem die japanische Sorte Hokkaido. Aber auch Muskatkürbis und Flaschenkürbisse werden von Gourmets hoch geschätzt.

Angebaut werden Kürbisse alter und neuer Sorten in vielen oberfränkischen Gartenbaubetrieben. Ein großer Teil der regionalen Handelsware stammt aus der Gemeinde Altendorf bei Bamberg, die sich den Namen "fränkisches Kürbisdorf" erworben hat.

Es gibt wohl kaum ein Bild, das sich so intensiv mit der herbstlichen Erntezeit verbindet, wie der Anblick leuchtend gelber oder orange-roter, wohlgewachsener Kürbisse. Um den größten Kürbis werden regelmäßig Wettbewerbe ausgetragen, und auf keinem festlich geschmückten Garbentisch zum Erntedank darf die dekorative Riesenbeere fehlen. Lustige Kürbisköpfe und liebevoll geschnitzte Kürbislaternen, die bei anbrechender Dunkelheit mit Kerzen erleuchtet werden, gehören schon seit jeher zum herbstlichen Brauchtum.

So wundert es nicht, dass ursprünglich in warmen Regionen wild wachsende Kürbisse zu den ältesten Gemüsesorten gehören, die von Menschen kultiviert wurden. Als unkomplizierte Pflanze zieht man Kürbisse, zu denen botanisch als Unterformen auch Zucchini, Gurken und Melonen gehören, seit Jahrhunderten in vielen Küchengärten vorzugsweise auf dem Misthaufen. Robustheit und Ertragsreichtum, vor allem aber auch eine gute Lagerfähigkeit und einfache Verarbeitung bescherten der Riesenbeere einen Platz in der traditionellen Küche. Zu Suppe verarbeitet oder in Würfel geschnitten und süß-sauer eingelegt, fristete er gleichwohl nur ein kulinarisches Schattendasein, weshalb der Verzehr mit der Zeit deutlich zurück ging. Das Aufkommen neuer Sorten und Züchtungen mit einer größeren Vielfalt an Formen, Farben und Zubereitungsarten bescherte dem Kürbis in Oberfranken aber seit dem Ende des letzten Jahrhunderts einen neuen Boom. Insbesondere der leuchten orangefarbene Hokkaido, die bunte Bischofsmütze, der dekorative Muskatkürbis oder auch die traditionelle Sorte gelber und roter Riese haben sich wieder zu waren Küchenschlagern entwickelt. Sein wasserreiches Fruchtfleisch enthält kaum Eiweiß, wenig Kohlehydrate, aber viele Ballaststoffe, Vitaminen und Spurenelementen. Gefüllte Kürbisblüten, die in Pfannkuchenteig ausgebacken werden, sind eine wahre Delikatesse. Aus den Kernen des Ölkürbis wird im mittelfränkischen Neppersdorf oder einigen Oberpfälzer Betrieben ein gesundes Öl gewonnen; geröstet sind sie eine beliebte Knabberei am Abend.

In der Kürbissaison ab August werden die großen Früchte von vielen oberfränkischen Gärtnern in Hofläden oder auf Wochenmärkten angeboten. Bei einigen Direktvermarktern bekommt man tafelfertig zubereitete Suppen, Chutneys oder Marmeladen in Gläser eingekocht. Neben Muggendorf in der fränkischen Schweiz hat sich vor allem die Gemeinde Altendorf bei Bamberg den Ruf eines Kürbisdorfs erworben. Hier werden Speise- und Zierkürbisse der unterschiedlichen Sorten feldmäßig angebaut und regional vermarktet. Ein besonderes Ereignis ist das in beiden Gemeinden regelmäßig am ersten Oktobersonntag veranstaltete Kürbisfest, das in abwechslungsreichen Programmfolgen auch viele kulinarische Köstlichkeiten rund um den Kürbis präsentiert.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Ganze, unbeschädigte Kürbisse sind einige Wochen kühl und trocken lagerfähig. Angeschnitten sollten sie aber rasch verarbeitet werden. Man kann Kürbisfleisch auch ganz einfach roh, in Tüten oder Gefrierboxen verpackt, einfrieren. Ebenso läßt sich Suppe oder blanchiertes Kürbisgemüse einfrieren. Wer's lieber traditionell mag, kann Suppe, Chutneys und Relishs problemlos einkochen.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität im Herbst und im Winter genießen.

Genusstipp:

Ob als würzige Suppe, aromatische Chutneys und Relishs, als fruchtige Marmelade, saftige Kuchen oder pikant eingelegtes Gemüse, Kürbis kennt viele Verwendungsarten, durch deren Rezepturen sich heute auch wieder Feinschmecker probieren. Auch Kürbiskernöl, das jedoch nur in ganz begrenzter Menge in Franken produziert wird, ist ein wahrer Küchenschlager.

Rezept

Kürbissuppe
Kürbis pikant eingelegt
Kürbiskuchen
gefüllte Kürbisblüten
Kürbismarmelade

Literatur:

Das Kleine Kürbis-Kochbuch von Familie Först / Dumpert (Eigenverlag).

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt

 

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