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Spezialitäten

 

 

Hofer Bratwürste

Produktgruppe:

Frischeprodukt (Hackfleisch)

Verwandte Produkte

Hofer Bratwürste, frisch gebraten

Hofer Bratwürste, frisch gebraten

Hofer Bratwürste, frisch gebraten Hofer Bratwürste als Brotzeit Hofer Bratwürste, in der Pfanne serviert Hofer Bratwürste als Frischeprodukt Hofer Bratwürste als Frischeprodukt

weitere Bezeichnung:

Hofer Bratwärscht

Regionen:

Hof, Hofer Land, Landkreis Hof

Beschreibung:

Wie alle Regionen Oberfrankens hat natürlich auch das Hofer Land seine besonderen Bratwürste. Diese haben eine sehr lange Tradition und dürfen auf keinem Fest und bei keiner Grillparty fehlen! Die Hofer Bratwürste gehören zu den feinen Bratwürsten. Sie sind vergleichsweise lang und dünn und von besonders magerer Qualität. Man kauft sie roh und ca. 100 g schwer zum Selberbraten oder auch fertig gegrillt vom Rost.

Hofer Bratwürste werden als rohe, fein zerkleinerte und nicht umgerötete Bratwurstspezialität hauptsächlich aus magerem Schweinefleisch und etwas Rindfleisch hergestellt. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronenschale; die genaue Mischung bleibt bei jedem Metzger ein Geheimnis.

Die mageren und relativ dünnen Bratwürste waren früher ein typisches Produkt für die Hofer Wärschtla-Männer. Als die Wärschtla-Männer noch keine festen Standplätze einnehmen durften, gab es Berufskollegen, die mit einem umgehängten Bauchrost, mit Holzkohle gefeuert, durch die Strassen Hofs zogen und ihre knusprig zarten, gegrillten Bratwürste anboten. Besonders gut kam dies an sonnigen Tagen in Hofs schönstem Park, dem Theresienstein, an. Die Spaziergänger mussten auch hier nicht auf ihre gewohnten und heiß geliebten Bratwürste verzichten!

Die Tradition des Wärschtlamo geht auf das Jahr 1881 zurück: Ein noch heute bestehender Fleischerbetrieb kam damals auf die Idee, einen Mitarbeiter namens Johann Georg Jahn in der Stadt mit "haßn Hofern" auf Tour zu schicken. Dazu wurde der originale Hofer Messing-Wurstkessel erfunden und das typische "Wärschtlamo-Oziezeich" kreiert, an dem man auch heute noch die originellen Wärschtla-Männer sofort erkennt: Zu einer wetterfeste zumeist "lederna Jubbm" wird eine "weisa Scherzn"getragen, den Kopf bedeckt die flachgedrückte "Patschkappn", über der linke Schulter wurde früher der original Hofer Wurstkessel aus Messing und am linken Arm ein Henkelkorb "voller Laabla" getragen. Wer mit einem Bratwurstrost unterwegs war, trug zusätzlich eine dicke Lederschürze, um sich nicht zu verbrennen. Manche hatten sich auch auf den Verkauf von Bratwürsten in Betrieben und größeren Bürohäusern spezialisiert. Mit durchdringendem Pfiff pflegten sie ihr Erscheinen kundzutun. Dazu schallt dann der Ruf "Haaß sensa - kalt wernsa" durch die Räume. Heute haben die Wärschtla-Männer feste Standplätze und bieten ausschließlich heiße Brühwürste an.

Zutaten:

Mageres, grob entsehntes Schweinefleisch, Schweinebauchspeck sowie etwas mageres, grob entsehntes Rind- oder Kalbfleisch, Salz, Pfeffer, Muskat und Abrieb von Zitronenschale. Weitere Gewürze.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Als rohe Brühwürste unterlagen Hofer Bratwürste der bis vor Kurzem noch gültigen Hackfleischverordnung. Sie sollten auch heute nicht länger als 24 Stunden gut gekühlt aufbewahrt werden! Danach müssen sie durchgegart werden.

Herstellung:

Die Hofer Bratwurst zeichnet sich durch die Auswahl magerer Fleischzutaten aus. Diese werden fein gekuttert und paarweise in dünne Därme von 18-20 mm Durchmesser gefüllt!

Schutz des Produktnamens:

nicht bekannt

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität ganzjährig und in der Grillsaison genießen.

Genusstipp:

Bratwürste werden traditionell als Paar oder auch zu Dritt mit Kraut und Brot oder in einem frischen Brötchen "auf der Hand" gegessen. Man kann sie mit mittelscharfem Senf würzen und trinkt dazu ein kühles Landbier.

Rezept

Hofer Bratwürste

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Manfred Max

 

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