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Spezialitäten

 

 

Graupenkloß

Produktgruppe:

Beilagen

Verwandte Produkte

Graupenkloß mit gefüllter Brühe und Fleischbeilage

Graupenkloß mit gefüllter Brühe und Fleischbeilage


weitere Bezeichnung:

Grobsmehlkloß

Regionen:

Beschreibung:

Der Graupenkloß, manchmal auch Grobsmehlkloß genannt, darf in unserer Auflistung alter Kloßrezepturen nicht fehlen. Historisch betrachtet, gehört er in die Zeit vor der Entwicklung des heute verbreiteten Kartoffelkloßes. Wie der Serviettkloß und der jüngere, in der Coburger Gegend verbreitete Sackkloß, wird er mit Hilfe eines Tuches oder eines Kloßsacks zubereitet. Als Grundmittel werden zu seiner Herstellung Graupen verwendet, die durch Schleifen und Polieren von Gerste oder manchmal auch von Weizen hergestellt werden. Graupen wurden früher gerne als Brei oder auch als Suppeneinlagen gekocht. Da der stärkehaltige Mehlkörper eine hohe Klebeeigenschaft besitzt, lässt sich ein mit Milch oder auch Wasser gekochter Graupenbrei gut zu einem lockeren Kloßteig weiter verarbeiten.

Ursprünglich verwendete man zu dieser Art Kloß aber auch einfach grob geschrotetes Mehl bzw. Grütze aus Hafer, Gerste oder auch Buchweizen. Dieses Grobsmehl liegt in der Körnung zwischen Graupen und Grieß und diente ebenso über Jahrhunderte als Ausgangsprodukt für Suppen, Brei und Klöße.

Damit Klöße aus Graupen oder Grütze eine gut schnittfeste Konsistenz erhalten, lässt man sie in Milch oder Wasser etwa eine Stunde vorquellen, bindet die Masse in ein Tuch und lässt das Ganze in kochendem Wasser etwa eine Stunde kochen. Der fertige Kloß wird in Scheiben geschnitten und zu verschiedenen Braten, Salzfleisch oder auch Rippchen mit Kraut serviert. Er verfügt über die erwünschte Eigenschaft, die in Franken immer reichlich servierte Bratensoße gut aufzusaugen. Aus dieser, in den alten Kochbüchern häufig hervorgehobenen Eigenschaft wiederum lässt sich die ursprüngliche Verwendung und Funktion der Kloßbeilage unmittelbar erschließen. So fiel ja in vielen Haushalten die tägliche oder auch wöchentliche Fleischration stets sehr sparsam aus. Wurde sie einerseits durch die Soße oder vorzugsweise eine gefüllte Brühe (siehe dort) "gestreckt", diente andererseits der Kloß dazu, die Soße aufzunehmen und sowohl geschmacklich, wie im wohlig weichen Mundgefühl optimal zu ergänzen. So wurden auch einfache Gerichte nicht nur zu sättigenden, sondern vor allem auch zu wohlschmeckenden Mahlzeiten aufgewertet.

Man kann den in Scheiben geschnittenen Graupenkloß auch sehr gut in der Pfanne anbraten. Gerne werden vor allem Reste so verarbeitet und zu Salat serviert. Rautenförmig geschnitten und leicht angeröstet ergibt der Kloß eine gute Suppeneinlage.


Viel Soße servieren. Denn dieser Kloß saugt die Soße richtig auf.

Rezept

Graupenkloß
Grobsmehlkloß

 

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