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Spezialitäten

 

 

Frankenwald Weiderinder

Produktgruppe:

Rinder

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Weidevieh (Fleckviehherde)

Weidevieh (Fleckviehherde)

Weidevieh (Fleckviehherde) Kalb vom Hochlandrind Violetta die (fast) lila Kuh Angusrinder bei Posseck Gelbvieh und Highland-Cattles Weiderindhalter im Frankenwald Robuste Weiderinder können das ganze Jahr über im Freien leben Weiderinder im Frankenwald leben in artgerechten Mutterkuhherden Agusrinder in Mutterkuhherde Anguskalb Anguskuh mit Kalb Fleckviehkuh mit Kalb Gelbviehkuh mit Kalb Gelbvieh Fleckvieh im Tiefschnee Aubrac Kuh Charolais Stier Deutsch-Angus Bulle Fleckvieh Fränkisches Geblbvieh - Bulle

Regionen:

Frankenwald

Beschreibung:

Mitten im Herzen Europas erheben sich die Bergrücken des Frankenwaldes. Wald, Wasser und Wiesen prägen das einzigartige Erscheinungsbild dieser urwüchsigen Landschaft, die der Mensch erst ab dem 13. Jahrhundert in Besitz nahm. Das Ergebnis von Rodung und Siedlung ist heute ein buntes Mosaik aus Wiesen und Feldern, die auf den Hochflächen wie Inseln aus dem grünen Meer des Waldes ragen. Tiefe und enge Täler wie das Steinach-, Rodach- und Loquitztal schneiden die Landschaft ein und erhöhen den Reiz dieser Region.

Um diese alte Kulturlandschaft zu erhalten und zu fördern, entwickelte der Bund Naturschutz in Bayern mit seinen Kreisgruppen Hof, Kronach und Kulmbach in einer breit angelegten Kooperation mit der Naturparkverwaltung Frankenwald e.V. sowie einer projektbegleitenden Steuerungsgruppe aus Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden, Landschaftspflege-, Naturschutz- und Bauernverbänden Frankenwald-Tourismus und Frankenwald-Gastronomie im Jahr 2008 das Projekt "Weidewelt -Vieh(l)falt im Frankenwald". Das erklärte Ziel dieser Initiative war es, die Vielfalt im Naturraum Frankenwald zu erhalten und dauerhaft als Erwerbs- und Lebensraum für die heimische Bevölkerung zu sichern. Eine großzügige Förderung zu 85 % der Projektkosten wurde bis 2013 aus dem Bayerischen Naturfonds gewährt.

Das magere, extensiv genutzte Grünland des Frankenwaldes besitzt mit einer farbenprächtigen Vielfalt an seltenen Kräutern und Blumen einen hohen Grad an Biodiversität und ist teilweise als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat Gebiet nach den EU-Schutzrichtlinien der Natura 2000) von landesweiter Bedeutung. Neben der heilkräftigen Arnika, dem aromatischen Bärwurz und vielen geschützten Orchideenarten bieten diese Flächen zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum. Um diese einmalige Kulturlandschaft vor eingreifenden Veränderungen durch Aufforstung oder Intensivierung der Wiesenbewirtschaftung zu bewahren, gelang es im Rahmen des Weidewelten-Projektes, eine Gruppe von inzwischen über fünfzig engagierten Landwirten für die Idee zu gewinnen, diese Flächen durch extensive Mutterkuhherden beweiden zu lassen und dadurch zu erhalten.

Rinder in Mutterkuhherden eignen sich hervorragend zum langfristigen Erhalt artenreicher Grünlandflächen. Neben Weideflächen benötigen die Tiere magere, also ungedüngte Heuwiesen zur Gewinnung von Winterfutter. Nur diese mageren Böden bieten vielen geschützten und seltenen Pflanzen und Kräutern einen idealen Lebensraum, der auf intensivere Nutzungsformen sensibel reagieren würde.

Für die Mutterkuhhaltung kommen verschiedene Formen und Intensitätsstufen der Weidehaltung in Betracht, die in einem Betrieb auch kombiniert werden können. Je nach den betrieblichen und flächenmäßigen Voraussetzungen, nach dem tatsächlichen Futterangebot, das auch durch die jährlich wechselnde Witterung bestimmt wird, und nach der Intensität des Wirtschaftens ergibt sich ein Beweidungssystem mit intensiver und extensiver genutzten Bereichen, mit Weiden, Mähweiden und mit reinen Wiesen. Allen Beweidungssystemen ist aber gemeinsam, dass ca. 30 bis 50% der Fläche für die Winterfutterwerbung benötigt werden. Damit können mit allen Verfahren auch wertvolle Lebensraumtypen wie Berg-Mähwiesen und Borstgrasrasen in extensive Beweidungssysteme integriert werden. Aber auch eine direkte Beweidung brachfallender und verbuschender Flächen trägt dazu bei, den typischen landschaftlichen Charakter des Frankenwaldes zu bewahren. Dabei unterstützt ein beratendes Management notwendige Maßnahmen, wie die Zusammenlegung von Flächen oder den Nutzungs- und Landtausch, um eine ökonomisch tragfähige Ausweitung und Etablierung der Mutterkuhhaltung zu gewährleisten.

Neben dem Kernziel, die reizvoll kleinteilige und artenreiche Landschaft des Frankenwaldes zu erhalten, wird durch die extensive Rinderhaltung Weidefleisch aus Mutterkuhhaltung in hervorragender Qualität erzeugt. Die hier grasenden Rinder leben mit ausgewählten Zuchtbullen in natürlichen Herdenverbänden. Die Kühe werden nicht gemolken. Den Kälbern steht also die gesamte Milchleistung der Mutterkühe zum gesunden Wachstum jenseits von Hektik und Mastdruck zur Verfügung. Das kräuterreiche Grünfutter, gesunde Bewegung auf den weitläufigen Weideflächen und eine behutsame Zufütterung von hofeigenem Futtergetreide zum Abschluss der Mast garantiert damit eine gesunde Fleischqualität wie sie sein soll: zart, saftig, fein marmoriert und von einzigartigem Geschmack.

Daher interessierten sich auch bald einige ausgewählte Metzgereibetriebe für die Qualitätsweiderinder aus dem Frankenwald. Sie waren bereit, für eine besondere Fleischqualität auch einen erhöhten Kilopreis an die Erzeuger zu zahlen. Nach sorgfältiger Reifung bieten diese Metzgereibetriebe nun Weiderindfleisch aus dem Frankenwald als edle Bratenstücke an oder verarbeiten es zu den hervorragenden Wurstspezialitäten, die für diese Region so typisch sind.

So schließt sich ein weiteres Glied in dieser einzigartigen Wertschöpfungskette, das dem Landwirt für sein Engagement zugunsten von Kulturlandschaft, Artenschutz und tiergerechter Weidehaltung einen höheren Erzeugerpreis, dem Metzger hochwertiges Qualitätsrindfleisch und dem Verbraucher gesunde und geschmacklich ausgezeichnete Fleisch- und Wurstwaren aus der Region garantieren.

Ob es sich um das herkömmliche Fleckvieh, das Schottischen Hochlandrind, die aus Frankreich stammenden Limousins oder um "Exoten" wie die Zebu-Rinder handelt, im Projektgebiet der Frankenwald - Weidewelten sind inzwischen zwölf verschiedene Robustrinderrassen angesiedelt. Diese stellen bereits für sich eine außergewöhnliche Attraktion dar und tragen zusammen mit der reizvollen und artenreichen Landschaft des Frankenwaldes dazu bei, die Region touristisch weiter zu entwickeln. Unterstützt von Bemühungen des BUND und seinen beteiligten Kreisgruppen, der Naturpark-Frankenwald-Verwaltung und des Frankenwald-Tourismus haben sich die Frankenwald-Weidewelten auch zu einem touristischen Alleinstellungsmerkmal in der Region entwickelt. So kann man hier z.B. urwüchsige Rindviecher und aromatische Bergwiesen, kräuterreiche Weiden und herrliche Landschaftsausblicke auf geführten Routen zu Fuß oder per Rad erleben und sich viel Wissenswertes über Artenvielfalt, Tierhaltung und genussvolle Lebensmittel erzählen lassen.

Folgende Weiderindrassen grasen auf den kräuterreichen Wiesen des Frankenwaldes:

Deutsches Angus
Diese robusten und pflegeleichten Tiere besitzen eine hervorragende Fleischqualität. Die Bullen dieser deutschen Rasse wiegen bis zu 1200 kg und Kühe 700 kg. Angus ist die am häufigsten verwendete Weiderindrasse im Frankenwald.

Welsh Black
Die aus Wales stammende Rasse liefert eine erlesene Fleischqualität mit hohem Magerfleischanteil, die sich im guten Geschmack widerspiegelt. Bullen erreichen bis zu 1250 kg, während ihre weiblichen Artgenossen 800 kg nicht überschreiten.

Limousin
Der Ursprung dieser Rasse ist in den fruchtbaren Mittelgebirgslagen Südwest-Frankreichs zu finden. Die besondere Schmackhaftigkeit und Zartheit des Fleisches bescherte bei Wettbewerben um die beste Fleischqualität mehrfach erste Preise. Gut bemuskelte Bullen erreichen ein Gewicht von bis zu 1.300 kg.

Galloway
Der Ursprung der Galloways befindet sich in Südwest-Schottland. Bullen erreichen ein Gewicht bis zu 800 kg und Kühe ca. 550 kg. Ihr Fleisch besitzt ein einzigartiges Aroma. Es zeichnet sich durch feine Muskelfasern und eine ausgewogene Marmorierung aus. Das Fleisch ist dadurch saftig und zart und findet vielseitige Verwendung.

Hinterwälder
Im Schwarzwald hat sich das charakteristische Wäldervieh über viele Jahrhunderte entwickelt und bis in die heutigen Tage erhalten können. Die Hinterwälder sind temperamentvolle, zierliche Tiere, die in den steilen Hanglagen durch ihre festen Klauen und ihre Trittsicherheit, sowie durch das geringe Körpergewicht gegenüber anderen Rinderrassen deutliche Vorteile besitzen. An die Futterqualität stellen sie geringste Ansprüche. Hellgelb bis dunkelrot-braunes Haarkleid auf weißem Grund, gefleckt, gescheckt bei einem Gewicht von 380-480 kg.

Schottisches Hochlandrind
Diese langsam wachsende Rasse liefert qualitativ sehr hochwertiges, feinfaseriges, marmoriertes und cholesterinarmes Rindfleisch mit einzigartiger Geschmacksfülle. Bullen werden bis zu 750 kg und Kühe bis zu 580 kg schwer. Hochlandrinder gelten als ausgesprochen genügsam und witterungstolerant.

Luing
Der Name der Rasse leitet sich von der schottischen Insel Luing ab, auf der ihre Wurzeln liegen. Charakteristisch ist das dichte, zum Teil lockige, einfarbige Haarkleid und die anerkannt gute Fleischqualität. Bullen erreichen im ausgewachsenen Alter ein Gewicht bis zu 1000 kg, Kühe dagegen lediglich 600 kg.

Fränkisches Gelbvieh
Schon aus dem Namen lässt sich Franken als Herkunft dieser Rinder ableiten. Das ehemals als Dreinutzungsrind für Milch, Fleisch und Arbeitsleistung berühmte Gelbvieh findet heute auf Grund seines besonders schmackhaften Filets und seiner saftigen Steaks einen Spitzenplatz in der Gastronomie. Die Kühe erreichen Endgewichte bis 800 kg.

Charolais
Ursprünglich stammt diese Rasse aus der Umgebung von Charolles (Frankreich). Während die Kühe bis zu 900 kg wiegen, können es die männlichen Artgenossen auf bis zu 1.300 kg bringen. Das magere Charolais Beef wird durch feine Fettäderchen durchzogen. Die ihm seine typische Marmorierung mit dem unverwechselbaren und aromatischen Geschmack geben.

Aubrac
Das Aubrac-Rind zeichnet sich durch eine besondere Leichtkalbigkeit und Widerstandsfähigkeit aus. Die Rasse ist in der Auvergne heimisch und spielte bei der Rückzüchtung zum ausgestorbenen Auerochsen (Heckrind) eine wichtige Rolle.

Zwergzebu
Zwergzebus stammen ursprünglich aus Sri Lanka und haben mit bis zu 250 kg ein sehr geringes Körpergewicht (Bullen bis 400 kg). Sie sind aufgrund ihrer Genügsamkeit und Krankheitsresistenz ideal für eine extensive Weidehaltung. Das Zwergzebu hat ein exklusives, fein strukturiertes dunkles Fleisch mit sehr feinem, leicht angehauchten Wildgeschmack.

Fleckvieh
Das Fleckvieh ist eine fleischbetonte Zweinutzungsrasse mit einem Körpergewicht bis 850 kg (Bullen bis 1300 kg). Es wird in Deutschland vorwiegend als Milchvieh genutzt, eignet sich aber auch hervorragend zur Mutterkuhhaltung und liefert eine hervorragende Fleischqualität.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität ganzjährig genießen.

Genusstipp:

Das Projekt "Weidewelt - Vieh(l)falt im Frankenwald" bietet Genusserlebnisse für alle Sinne. Über die Homepage
"http://www.weidewelt-frankenwald.de" erhalten Interessierte viele weitere Informationen sowie Hinweise auf die beteiligten Tierhalter und Metzgereibetriebe.

Literatur:

http://www.weidewelt-frankenwald.de

Autoren:

http://www.weidewelt-frankenwald.de; Fotos: Wolfgang Degelmann, Klaus Schaumberg, Martin Bursch; Text: Wolfgang Degelmann, Klaus Schaumberg

 

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