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Arme Beamten-Soße

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Arme Beamten-Soße mit Grießklößen

Arme Beamten-Soße mit Grießklößen


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Beschreibung:

Auch in Oberfranken überliefern die sogenannten "Arme-Leute-Essen" immer auch ein Stück Sozialgeschichte. Gab es einerseits "Arme Rittern", die sich von aufgebackenen Semmelschnitten ernährten, so hatte auch das Heer der "Armen Beamten" seine milieutypischen Ernährungsgewohnheiten.

Der Begriff des "Beamten" tauch in staatstheoretischen Schriften ab dem 18. Jahrhundert gehäuft auf und bezeichnet vor allem die gehobenere Klasse der Staats- und Fürstendiener. Später wurden aber auch niedere Dienstgrade, wie der der Schreiber, Boten, Zolleinnehmer und Gehilfen mit Beamten besetzt, von denen man unbestechliche Loyalität erwartete. Seit 1805 wurde den Beamten in Bayern für ihre Dienste ein lebenslanger Unterhalt gewährt. War dies einerseits mit der Vorstellung des "sicheren Brotes" verbunden, stand es andererseits um das monatliche Einkommen in den oft kinderreichen Haushalten der kleineren Beamten aber nicht allzu gut. So war auch hier Schmalhans ständiger Küchenmeister. Dies lässt sich vor allem an der wöchentlichen Verfügbarkeit von Fleischportionen bemessen, die möglicherweise noch geringer ausfielen als in den sich selbst versorgenden ländlichen Haushalten.

Diese Verhältnisse spiegelt unsere "Arme-Beamten-Soße". Sie besteht aus einer einfachen Wasser-Brennsuppe, in die zur Geschmacksanreicherung reichlich geröstete Zwiebeln und Speckwürfel gegeben werden. Da Zwiebeln und Speck der ansonsten kargen Soße dennoch einen deftig-herzhaften Geschmack geben, konnte man ohne weiteres auf eine Fleischeinlage verzichten.

Das Rezept gilt als "sehr alt", was die Art der Herstellung und die kärgliche Auswahl der Zutaten bestätigen. Man serviert die Arme-Beamten-Soße zu rohen Klößen oder auch allen anderen Kloßvariationen. Stilecht passt sie zu fränkischen Mehl- oder Grießklößen und einem Salat.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität ganzjährig genießen.

Rezept

Arme Beamten-Soße

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt, Rezept Kerstin Rentsch.

 

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