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Spezialitäten

 

 

Anislaabla

Produktgruppe:

Feinbackwaren

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Anislaabla sind ein Muss auf jedem weihnachtlichen Plätzchenteller

Anislaabla sind ein Muss auf jedem weihnachtlichen Plätzchenteller

Anislaabla sind ein Muss auf jedem weihnachtlichen Plätzchenteller Anislaabla Anislaabla, korrekt mit Füßchen gebacken! Anislaabla

weitere Bezeichnung:

Anisplätzchen, Deckelplätzchen

Regionen:

Bamberg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Bayreuth, Coburg, Fichtelgebirge, Frankenwald, Fränkische Hassberge, Fränkische Schweiz, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Oberes Maintal - Coburger Land, Steigerwald , Wunsiedel

Beschreibung:

Anislaabla kommen recht unprätentiös daher. Doch wer sich einmal so ein feines, außen knuspriges und innen weiches Plätzchen auf der Zunge hat zergehen lassen, kann süchtig werden. In Oberfranken gehören sie auf jeden weihnachtlichen Plätzchenteller. Echte Anisplätzchen "deckeln", d.h. sie heben sich mit einem glatten weißen Hut von einem Füßchen ab. Diesen Idealzustand zu erreichen, fordert die ganze Kunst des Bäckers oder der Bäckerin. Wer's probieren möchte, sollte nach Rezepturanweisung Eier und Zucker geduldig rühren, feinstes Mehl und 2 Teelöffel Anis dazu sieben und die aufgespritzte Plätzchenmasse vor dem Backen eine Nacht trocknen lassen.

Anislaabla gehören in ganz Oberfranken zu den Klassikern der weihnachtlichen Plätzchenbäckerei. Hergestellt werden sie aus einem guten Biskuitteig, der geduldig gerührt werden muss. Man gibt nur wenig Triebmittel, vorzugsweise Hirschhornsalz dazu, damit die feinen Plätzchen nicht in die Breite laufen, sondern sich mit einer glatten weißen Kappe von einem Füßchen abheben. Das ideale Anislaabla - auch Deckelplätzchen genannt - hat eine knusprig-zarte Hülle und einen weichen Kern und schmeckt unvergleichlich fein-würzig nach Anis.

Anis als Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum (Ägypten, Syrien), wurde aber im Mittelalter auch nördlich der Alpen, z.B. in Thüringen angebaut. Schon in der Antike verwendete man Anis gerne als Gewürz für Brot und Feingebäcke; so sollen bereits die Römer Festtagskuchen mit Anissamen gewürzt haben und auch der Dichter Vergil kannte Anisplätzchen. Auch Wein wurde bereits in der Antike und im Mittelalter mit Anis und Koriander gewürzte. Noch heute verwendet man Anissamen zum Aromatisieren von Likören, wie dem türkischen Raki, dem griechischen Ouzo oder dem französischen Pastis. Auch oberfränkische Schnaps- und Likörhersteller runden einige ihrer feinen Produkte mit Anis ab. Hervorzuheben ist schließlich auch die Bedeutung als Heilpflanze bei Erkrankungen der Atemwege sowie zur Anregung der Verdauung.

Traditionell gehört Anis in die herbstlich-winterliche Küche; so wird es z.B. zum Würzen von Anisbrezeln verwendet, die vor allem im nördlichen Oberfranken zwischen dem Andreastag (30.11.) und Aschermittwoch bzw. Gründonnerstag gebacken werden. Auch in Lebkuchen und Pfeffernüssen ist typischerweise Anis als Gewürz enthalten. Da im christlichen Brauchtum die Adventszeit als Fastenzeit gepflegt wird, ist davon auszugehen, dass diese mit Anis gewürzten Plätzchen, Laiblein und Brezeln ursprünglich Fastengebäcke waren.

Heute werden Anislaabla von vielen Bäckern und in den meisten oberfränkischen Haushalten in der Weihnachtszeit gebacken und genussvoll verzehrt. Man reicht sie stilecht zu Tee oder Kaffe, aber auch zu einem Glas Punsch oder Glühwein.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Trocken aufbewahren. Anisplätzchen halten sich mehrere Wochen, am Besten in einer Blechdose verschlossen.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität zu Weihnachten genießen.

Genusstipp:

Anislaabla dürfen auf keinem weihnachtlichen Gebäckteller fehlen. Sie gehören zum Nachmittagstee oder Kaffee ebenso, wie zu Punsch und Glühwein. Aber auch zu einem guten Glas Weiß- oder Rotwein schmecken die nur schwach gesüßten Plätzchen hervorragend.

Rezept

Anislaabla

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt

 

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