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Effeltrich: Fosalecken - ein alter Faschingsbrauch

die Fosalecken  |  Bildquelle: http://www.bv-zufriedenheit.de

die Fosalecken | Bildquelle: http://www.bv-zufriedenheit.de

die Fosalecken  |  Bildquelle: http://www.bv-zufriedenheit.de Fosalecken  |  Bildquelle: http://www.naturpark-fraenkische-schweiz.de/orte/effeltrich/effeltrich145.JPG Fosalecken  |  Bildquelle: http://www.naturpark-fraenkische-schweiz.de/orte/effeltrich/effeltrich145.JPG Tanz der Strohbären  |  Bildquelle: Kirchengemeinde Effeltrich der Tanz um die Strohbären  |  Bildquelle: http://www.naturpark-fraenkische-schweiz.de/orte/effeltrich/effeltrich145.JPG der Tanz der Fosalecken  |  Bildquelle: http://www.bv-zufriedenheit.de das wilde Treiben der Strohbären  |  Bildquelle: Kirchengemeinde Effeltrich Tanz um die Strohbären  |  Bildquelle: http://www.bv-zufriedenheit.de das Verbrennen des Strohs  |  Bildquelle: http://www.bv-zufriedenheit.de

Beschreibung:

Einer der schönsten Bräuche in der Fränkischen Schweiz führt der Effeltricher Burschenverein "Zufriedenheit" am Faschingssonntag vor: das Treiben der "Fosalecken". Dazu verkleiden sich einige junge Männer als Strohbären und ziehen am frühen Nachmittag furchteinflößend durch den Ort, wobei sie Treiber nur mühsam bändigen können. Die "Fosalecken" schließlich jagen die Unholde mit Peitschen knallend in ihren bunten Kostümen aus dem Dorf. Dabei handelt es sich um keine Faschingsgaudi, sondern um den wohl ältesten Brauch in der Region.

Der Start ist gegen 13.30 Uhr beim Gasthaus Waldeslust. Eine erste Rast ist an der 1.000 jährigen Linde, wo die Bären die Mädchen am Gehsteig umarmen möchten und von den Treibern nur mühsam zurückgehalten werden. Die „Fosalecken“ tanzen mit den Trachtenmädchen mehrere Runden zwischen Linde und Kirchenburg. Gegen 14.30 Uhr fährt die ganze Gesellschaft weiter nach Baiersdorf, wo das lustige Treiben erneut beginnt. Und dies schon seit vielen Jahren.

Hierzu spielt der Musikverein Effeltrich und die "Fosalecken" tanzen mit den Trachtenmädchen um ein loderndes Feuer, in dem schließlich das Stroh der Bären verbrannt wird. Meistens sind die Burschen darüber recht froh, denn die dicke Strohverkleidung ist beim Laufen hinderlich.

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Kulinarisches:

Hintergrund des Brauchtums um die Fosalecken könnte also die Vorstellung vom Kreislauf des Naturgeschehens und der Folge der Jahreszeiten sein. So beginnt um die Faschingszeit das Wachstum in der Natur, wenn die Schneedecke zu schmelzen und die Bäche wieder zu fließen beginnen. Die Fosalecken als Frühlingsboten tun ihr Übriges, um den Winter zu vertreiben.

Neben zahlreichen beeindruckenden Bräuchen haben sich rund um Effeltrich auch viele Spezialitäten erhalten, deren Ursprung mit den frohen oder besinnlichen Festen in der Region zusammenhängt. Dies gilt gerade für die Faschingszeit. An diesen Tagen werden natürlich überall knusprige Küchla angeboten, die traditionellen Ausgezogenen, ebenso wie die klassischen fränkischen Faschingskrapfen mit Hiffenmarkfüllung (Hagebutten). Rund um das lustige Treiben kann man sich aber auch an vielen anderen Köstlichkeiten, wie z. B. den (groben) Bratwürsten oder den sauren Zipfeln laben, und natürlich gehört dazu ein Bier aus einer regionalen Brauereien. In den Wirtshäusern stehen häufig die röschen Schäufela mit Kloß und Sauerkraut sowie andere deftige Gerichte auf der Speisekarte, die so richtig Lust machen, sich danach im Freien auszutoben.

Ist die lustige Faschingszeit vorbei, kommen ab Aschermittwoch überall Karpfen auf den Teller. "Blau" oder "sauer" zubereitet, gelten sie seit Jahrhunderten als typische Fastenspeise. Aber auch "gebacken" werden sie gerne gegessen. Für die "blaue" Zubereitung lässt man den Fisch in einem mit Essig oder Wein gewürzten Sud gar ziehen. Als Variante (sauer) kocht man einen großen Karpfen in einer mit einem Soßenkuchen und einem Schuss Essig gewürzten Soße. Dazu werden Klöße serviert. Früher wurde oft ein Karpfen unter einer Großfamilie aufgeteilt und der Hunger mit Klößen und saurer Soße gestillt. Heute bekommt jeder Gast einen halben Fisch auf den Teller. So ändern sich die Zeiten. Aber die Hauptsache ist: schmecken tut's heute so wie früher! Guten Appetit!

Termin:

Termin: Faschingssonntag
InfoTel.: +49 9133/7792-0 (Verwaltungsgemeinschaft Effeltrich) .

Saison:

im Fasching

Links:

http://www.bv-zufriedenheit.de
http://www.fsv-ev.de/heimatkunde/brauchtum/fosalecken-und-winteraustreiben.html
http://www.effeltrich.de

Literatur:

Robert Kotz, Effeltrich, Gemeinde und Pfarrei, Erlangen 1980 (vergriffen)
Albert Löhr, Sankt Georg – Die Mitte von Effeltrich, Regensburg 2012

 

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