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Oberfränkische Backwaren: Genussvielfalt und Qualität.

Oberfränkische BackwarenDas Bäckerhandwerk in Deutschland und damit auch in Oberfranken lässt sich bis in die Zeit Karls des Großen zurückführen. Aber erst das Wachstum der Städte im 10. und 11. Jahrhundert bescherte den Bäckern einen „freien“ Berufsstand. Für die Bevölkerung spielte vor allem das Brot seit dem späten Mittelalter die wichtigste Rolle. Nichtsdestoweniger entwickelte sich die faszinierende Kunst des Backens ständig weiter und neue Rezepte wurden erprobt. So belegt bereits das erste deutschsprachige Kochbuch, das um die Mitte des 14. Jahrhunderts natürlich in Franken erschien, eine beachtliche Vielzahl an Kuchen, Pasteten und süßen Backwaren. Über die Jahrhunderte hinweg ist Backen ein echtes Handwerk geblieben, und auch heute noch bildet handwerkliches Können in den oberfränkischen Bäckereien die Grundlage unserer Genussvielfalt.

Heute gibt es in Oberfranken 529 Bäckereien und Konditoreien; bei 1,1 Millionen Einwohnern haben wir damit die meisten Bäckereien der Welt.

Die handwerklich arbeitenden oberfränkischen Bäckereien zeichnet vor allem ihre fast unzählbare Vielfalt an Produkten aus. Für unsere traditionsbewussten Bäckermeister und Bäckermeisterinnen war es schon immer eine Selbstverständlichkeit den Wünschen ihrer Kunden nachzukommen, und so entstand eine Fülle an Backwaren, die sich insbesondere in der Vielfalt der Brotsorten zeigt. Dabei sprechen wir nicht von maschinell entstandener Ware! In Oberfranken ist das Brotbacken echte Handarbeit. Unsere Bäcker sind damit auch ein Garant für den Erhalt der Familienbetriebe, der überlieferten Rezepturen und der einzigartigen Handwerkskultur Oberfrankens.

Oberfränkische BackwarenIn Oberfranken wird das Bäckerhandwerk als Manufaktur betrachtet. Daher hat jeder Betrieb seine individuellen Rezepte. Dies beginnt beim Ansetzen des hauseigenen Natursauerteigs und endet bei der genauen Abstimmung der Backbedingungen wie z.B. Formgebung, Zutaten, Backdauer und Temperatur durch den Bäckermeister. Ein besonderes Qualitätsmerkmal unserer Region ist der höhere Roggenmehlanteil in den meisten Brotsorten, der ihnen ein unverwechselbares Aroma verleiht.

Auch in Sachen Feingebäck verwöhnen unsere Bäcker Sie mit einem großen und frischen Sortiment. Unter dem Einfluss von Jahrhunderte altem Brauchtum und jahreszeitlicher Mythologie entstanden sehr viele Backwaren mit eigentümlichen Formen oder Rezepturen, die unverwechselbar und für Oberfranken typisch sind. Egal ob „Eierring“ oder „Seelspitzen“, ob „Bamberger Hörnla“, „Krapfen“, „Kiechla“ oder „Brezn“ – genießen Sie doch einfach die kulinarische Reise durch die oberfränkische Backtradition. Die Geschichte und Struktur der oberfränkischen Innungsbäckereien machen die einzigartige Meisterqualität aus, die jedem Kunden etwas Besonderes bietet. Die oberfränkischen Bäcker bürgen für diese erstklassige Qualität!

Oberfränkisches Bäckerbrot – ein Klassiker der Genussregion Oberfranken

Die Bandbreite der oberfränkischen Brottradition erstreckt sich vom Roggenbrot über das Roggenmischbrot bis zum Weißbrot. Roggenbrote und Mischbrote werden gerne als mehrpfündige, sorgsam ausgebackene Laibe angeboten. Weizenbrote begegnen Ihnen bei uns häufig unter dem Namen „Weißbrotkipf“. Der Weißbrotkipf ist länglich geformt, wird zumeist als 500g-Brot gebacken.

Natürlich gibt es auch bei den Gewürzmischungen regionale Unterschiede. Hier hilft nur das Ausprobieren, um die persönlichen Lieblingssorte zu finden. Allerdings werden Sie sich dabei viel Zeit nehmen müssen. Unzählige knusprig-leckere, duftende Brotsorten stehen Ihnen für Ihre „Kostprobe“ zur Verfügung. Am besten gehen Sie immer der Nase nach. Dann kommen Sie bestimmt zu einer oberfränkischen Bäckereien, die nach alter Brottradition im noch im rustikalen Holz- oder Steinofenofen bäckt.

Laabla, Weckla, Zöpfla und Brezn

Brötchen, Semmeln, Kaiser? Laabla, Weckla, Kipfla? Wie heißen denn nun die Mitglieder der oberfränkischen Brötchenfamilie? Wer sich mit diesem Thema nicht nur kulinarisch, sondern auch sprachlich beschäftigt, stößt rasch auf regionale Besonderheiten und Merkmale unserer Brotsorten. Aber auch Brötchenvielfalt ist bei uns mindestens so groß wie die Zahl unserer Innungsbäckereien. So ist z.B. das „Laabla“ ist ein rundes Brötchen mit zart gesplitterter Kruste. Ebenfalls rund, aber in der Mitte etwas „eingedrückt“ ist das oberfränkische „Milchweckla“. Damit unterscheidet es sich wiederum vom „Kipfla“, welches eine längliche Form hat.

Oberfränkische BackwarenEine weitere oberfränkische Besonderheit sind geflochtene Zöpfe, die ebenfalls aus verschiedenen Brötchenteigen hergestellt werden. Sie stehen oftmals in Zusammenhang mit alt-überliefertem Brauchtum und werden bereits in den frühesten Quellen zu den oberfränkischen Bäckereien als traditionelles Gebildgebäck erwähnt. Heute isst man sie auch gerne mit Mohn oder Sesam bestreut.

Auch zur Brezn gibt es besonderes zu berichten. Wer die „Brezn“ bislang nur als salziges Laugengebäck und Beigabe zur Maß Bier in Oberbayern kennen gelernt hat, dem werden in Oberfranken die Augen übergehen. Denn hier hat das „Brezn“ backen eine lange, bis in die alten Klosterbäckereien zurück gehende Tradition und große regionale Vielfalt. Wer das Herzhafte liebt, sollte sich keinesfalls eine Anisbrezel mit Butter entgehen lassen. Aber auch die leckeren Salzbrezeln aus Brötchen- oder Milchbrötchenteig sind eine Spezialität. Für die Anhänger der süßen Varianten gibt es Butterbrezen aus Hefeteig, die vor allem zu bestimmten jahreszeitlichen Festtagen gebacken werden, oder feine Plunderbrezeln, die rund um Coburg zu Hause sind.

Die köstliche Vielfalt der Schmalzgebäcke

Aber erst wer sich aufmacht, das weite Feld der schmalzgebackenen Leckereien zu erkunden, ist wahrhaftig in Oberfranken angekommen. Blöcher, Kiechla, Klaana Kung, Ausgezogna oder „Kniekiechla,  Polsterla, Hutkrapfen, Harische, geschnittene Hasen, Urrädla und viele weitere köstliche Kleinigkeiten werden in der gesamten Region mit viel Liebe und Sinn für alte Überlieferungen zubereitet. Dies belegen oft schon die kuriosen Bezeichnungen, die für Nicht-Oberfranken oft schon schwer auszusprechen sind.

So pflegen die Bäckereibetriebe in Oberfranken ihre eigenen Rezepturen, die beim Ansetzen des hauseigenen Natursauerteigs beginnen und mit der genauen Abstimmung der Backbedingungen durch den Bäckermeister oder die Bäckermeisterin enden. Die Zusammenarbeit mit den heimischen Landwirten garantiert die Verwendung von bestem Getreide und hochwertigem Mehl für die Herstellung unserer unvergleichlichen Genussvielfalt.

Damit laden die oberfränkischen Bäckereien zum Genuss ein und bürgen für erstklassige Qualität. 



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